RE:Charge – bietet mobile charging solutions

Hallo Manuel, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst ! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei RE:Charge kurz vor:

Hi! Wir sind RE:Charge, ein junges Startup aus dem Ruhrgebiet, welches von 4 Freunden im Oktober 2018 gestartet wurde.
Das Gründerteam besteht aus Felix Behrenbeck, Manuel Müller, Stefan Alscher und Dirk Sahlmer. Wir sind ein hochmotiviertes und interdisziplinär aufgestelltes Team, welches eine nachhaltige Mobilitätswende vorantreiben möchte.

Vielleicht möchtest Du uns ganz zu Beginn Euer Startup RE:Charge kurz vorstellen ?

RE:Charge entwickelt mobile, nachhaltige und intelligente Energieversorgungslösungen für Elektromobilität im B2B- und B2C Bereich. Diese zeichnen sich besonders durch einen leistungsstarken Akku sowie durch ihren mobilen Einsatz aus, ohne große Infrastrukturkosten aufwenden zu müssen. Somit löst RE:Charge eine der größten Herausforderungen der Mobilitätswende, den Mangel an verfügbaren Ladepunkten. Konkret entwickelt RE:Charge ein Akkusystem, welches in einen autonom fahrenden Last-Mile-Roboter integriert wird und somit überall Energie liefern kann.

Welches Problem wollt Ihr mit RE:Charge lösen ?

Der Klimawandel ist da und fossiler Energietreiber können nicht die Zukunft sein, mit RE:Charge wollen wir die bisher unzureichend entwickelte Ladeinfrastrukur im Bereich Elektromobilität ausbauen und so einen nachhaltigen Beitrag zur Mobilitäswende leisten.

Wie ist die Idee zu RE:Charge entstanden ?

Die Idee entstand im August 2018. Aufgrund der fortschreitenden klimatischen Belastung durch fossile Antriebsstoffe, wie Diesel und Benzin, beschäftigten wir uns zunehmend mit alternativen Antriebsmöglichkeiten und dem Thema E-Mobility. Nach einer umfassenden Marktrecherche, kamen wir zu dem Schluss, dass die kaum vorhandene Ladeinfrastruktur ein großes Problem darstellt. Mit unserer Idee wollen wir diesem Problem entgegenwirken und unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten.

Wie würdest Du Deiner Großmutter RE:Charge erklären ?

Eine mobile Powerbank auf Rädern für dein Elektroauto.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Wir haben den Fokus im Laufe der Zeit von B2C auf B2B verändert. Grund hierfür sind vor allem gesetzliche Regulierungen in Bezug das autonome Fahren im öffentlichen Raum. Im privaten Umfeld, beispielsweise auf Werksgeländen oder in privaten Parkhäusern kann die STVO entsprechend anders ausgelegt werden.  

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

RE:Charge bietet autonome und dezentrale Energieversorgung für Elektrofahrzeuge aller Art an. Die Lösung kann sowohl im B2B, im B2C als auch im B2B2C Bereich angewendet werden. Im B2B Bereich ist kurz- und mittelfristig ein auf den Kunden individuell zugeschnittener Einsatz unseres Systems vorgesehen. So sollen unsere Module auf Werksgeländen, an Häfen und Flughäfen zum Einsatz kommen. Neben der Ladung der Werksfahrzeuge, steht die Versorgung der Unternehmensflotten im Vordergrund. Die Mitarbeiter unserer Kunden müssen nicht mehr bis zu einem fixen Ladepunkt, um Energie zu bekommen, sondern können beispielsweise ihr Werksfahrzeug direkt an ihrem Arbeitsplatz laden.

Dabei sparen wir unseren Kunden Arbeitszeit, die bei der Aufladung mit fixen Ladepunkten verloren geht. Zudem gibt es für viele Branchen, wie beispielsweise in der Chemiebranche oder an Häfen, besondere Bedingungen für die Veränderung der Infrastruktur innerhalb des Firmengeländes, was es für Firmen teilweise unmöglich macht Energie überall hinzuliefern. Für die Nutzung unseres Systems werden den Unternehmen Miet-, bzw. Leasingraten berechnet werden.

Im B2C Bereich sollen langfristig die RE:Charge Module alle Elektrofahrzeuge im urbanen Raum mit Energie versorgen. Dabei soll eine entsprechende Servicegebühr pro kWh, inkl. Stromkosten dem Endkunden berechnet werden. Mittelfristig sind vor allem große Parkhäuser und Ankerzentren interessant, in denen eine große Anzahl an Elektroautos geladen werden müssen. Neben der oben genannten Servicegebühr soll hier noch eine monatliche Leasingrate für die Anbieter der Parkflächen anfallen, da unsere Lösung die Attraktivität der Parkflächenfür den Endkunden erhöht. Zusätzlich kann das RE:Charge Modul als Werbefläche B2B2C Bereich für Firmen und Unternehmen dienen.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Wir haben teilweise unseren Fokus und somit auch unsere Energie auf weniger wichtige Aspekte gesetzt Auch was das Thema Organisation und Kommunikation angeht verlief nicht immer alles zielgerichtet und zu wenig strukturiert. Darüber hinaus waren wir zuweilen zu ungeduldig und trafen daher vorschnell wichtige Entscheidungen.
Zudem haben wir bereits einen Wechsel im Gründerteam hinter uns, da wir eine wesentliche Position schnell besetzten mussten und uns bei der Auswahl zu wenig Zeit genommen haben. Die Neubesetzung dieser Position nahm schließlich viel Zeit in Anspruch, durch die wir unsere Roadmap zeitlich nicht einhalten konnten.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Als Gründer fehlt einem eigentlich immer eines, Zeit. Hier waren wichtige Learnings von uns, möglichst effektiv, fokussiert und produktiv zu arbeiten. Eine gute Struktur, Organisation und Kommunikation zu entwickeln war hierfür maßgeblich. Natürlich will man mit einem eigenen Unternehmen schnellst möglich wachsen und Erfolge erzielen, aber auch hier haben wir gelernt, dass es sehr hilfreich ist, geduldig zu sein und einen langen Atem an den Tag zu legen.  

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Wir sind direkt mit unserer Idee rausgegangen, haben so oft es ging gepitcht und so wichtiges Feedback gesammelt. So konnten wir in einem frühen Stadium Teil eines Acceleratorprogramms in Duisburg (Startport) werden, einige Preise gewinnen (Innogy Ideenwettbewerb zur Elektromobilität, Startup Sprint Düsseldorf, Cluster for Transport & Logistics Luxemburg) und unsere Geschäftsidee von Partnern und potenziellen Kunden bewerten lassen. An jeden angehenden Gründer ist meine Empfehlung daher, pitchen, pitchen, pitchen!!

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Wir beziehen aktuell das NRW Gründerstipendium, welches unseren Lebensunterhalt finanziert. Über Preise und Wettbewerbe können wir aktuell unsere laufenden Kosten decken. Darüber hinaus sind wir momentan in Gesprächen mit Business Angels und Investoren über eine Finanzierung für unseren ersten Prototypen.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Fertigstellung des Prototypens und Proof of Concept im Rahmen mehrere Pilotprojekte mit mindestens 2 Partnern.
Im Anschluss daran wollen wir eine erste Finanzierungsrunde abschließen und in die Produktionsplanung gehen.

Vielen Dank für das Interview.

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