RUHRSOURCE – macht alles 3D druckbar

Bitte stellt Euer Startup kurz in ein paar Sätzen vor:

Hi, wir sind RUHRSOURCE und warum dank uns alles 3D-druckbar ist, erfahrt Ihr in diesem Interview!

Hallo Christian, vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview mit uns nimmst! Bitte stelle uns zu Beginn Dich und Dein Team bei RUHRSOURCE kurz vor:

Mein Name ist Christian Fleischmann, ich bin geschäftsführender Gesellschafter bei der RUHRSOURCE GmbH und hauptsächlich verantwortlich fürs Marketing und Design sowie Entwicklung der Benutzeroberfläche von CUR3D, der ersten echten 3D-Druckvorstufe. Meine Mitgründer heißen Dominik Halm (ebenfalls CEO und hauptverantwortlich für den Verkauf) und Christopher Maiwald (ebenfalls CEO und hauptverantwortlich für die Software-Entwicklung). Gegründet haben wir die RUHRSOURCE GmbH im Februar 2017; aber schon seit Dezember 2014 arbeiten wir an der Idee den 3D-Druck für jedermann so einfach zu machen, wie drucken auf einem weißen Blatt Papier. Und – wenn ich das so behaupten darf – mit wachsendem Erfolg! Derzeit haben wir einen festangestellte Mitarbeiter, der als technischer Zeichner und Consultant für uns tätig ist sowie mehrere freie Mitarbeiter im Außendienst und der Produktion.

Welches Problem wollt Ihr mit RUHRSOURCE lösen ?

Ich würde sagen, dass wir das bereits haben; Folgendes: Eigentlich jeder findet, dass 3D-Druck eine coole Sache ist, etliche haben bereits davon gehört, viele bereits ausprobiert oder gesehen aber nur eine Hand voll Leute besitzen selbst einen 3D-Drucker. Dabei liegt dieses Problem gar nicht am Preis der Geräte, denn diese gibt es bereits für wenige hundert Euro! Viel mehr ist es so, dass viele potenzielle Anwender den Aufwand und die hohe Lernkurve in der additiven Fertigung unterschätzen. Die Wunschvorstellung vieler ist doch: ich konstruiere in 3D ein Teil und der 3D-Drucker lässt meine Träume wahr werden. Leider klappt das nur in den allerseltensten Fällen. In unserem Artikel „Alles ist 3D-druckbar, wenn es wasserdicht ist“ erklären wir, worauf es beim Konstruieren für die additive Fertigung wirklich ankommt. Hier alles aufzuzählen, würde den Rahmen dieses Interviews aber sprengen, deshalb nur eine Kurzfassung:

Teile, die nicht speziell für die additive Fertigung konstruiert wurden (man spricht von 3D-Visualisierungen; und davon gibt es verdammt viele), können nicht ohne einen erheblichen Mehraufwand 3D-gedruckt werden. Es muss penibel genau aufs zu druckende Endmaß konstruiert werden, die Ausrichtung der Flächennormalen muss einheitlich stimmen, Wandstärken müssen dem Mindestmaß für den jeweiligen 3D-Druckprozess entsprechen und es dürfen keine unnötigen Hohlräume und Löcher vorhanden sein und und und… Das klingt nicht nur sehr zeitaufwendig, sondern ist es auch.

Und genau dafür haben wir 2015, nach einer halbjährigen Recherche mit vielen Besuchen bei potenziellen Kunden, angefangen eine Lösung zu entwickeln, die aus jeder 3D-Datei (egal in welchem Maßstab) eine 3D-druckbare Datei macht. Nach mehreren Iterationen und Testläufen erblickte CUR3D, die erste echte 3D-Druckvorstufe, im November 2016 das Licht der Welt.

Der klare Vorteil ist: alle oben genannten Punkte erledigt CUR3D innerhalb von wenigen Sekunden vollautomatisch, ohne dass man die Kenntnisse eines studierten Ingenieurs benötigt.

Ohne CUR3D braucht man für die Aufbereitung von nicht-3D-druckbaren 3D-Daten Stunden oder sogar Tage.

Und gerade in Puncto Einfachheit der Bedienung sowie Geschwindigkeit liegen wir ganz klar vor unserer Konkurrenz, die deutlich mehr Wert auf Analyseverfahren, als auf lösungsbasierte Ansätze legen.

Mit CUR3D ist der 3D-Druck wirklich für jedermann nutzbar.

Wie ist die Idee zu RUHRSOURCE entstanden ?

Meine beiden Mitgründer und ich kommen aus dem 3D-CAD-Software-Bereich. Wir haben uns lange darüber Gedanken gemacht, wohin die Reise „CAD“ irgendwann hingeht und kamen einstimmig auf den 3D-Druck. Unseren ehemaligen Arbeitgeber hat das allerdings relativ kalt gelassen; und so entschieden wir uns das Ruder selbst in die Hand zu nehmen und in die Se(e)lbstständigkeit zu stechen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter RUHRSOURCE erklären ?

Wir machen das für die Zukunft der Produktion, was Gutenberg seinerzeit mit der Erfindung der Druckerpresse geschafft hat.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Ja – aber das ist auch gut so. Man muss mit der Time steppen und sich weiterentwickeln. Stillstand ist alles andere als positiv. Wir haben zum Beispiel unsere Dienstleistungen erweitert; neben der Software-Entwicklung bieten wir außerdem Beratung, Schulung und (förderfähiges) Consulting an. Des Weiteren verkaufen wir 3D-Druckhardware, die wir auch selber im Einsatz haben und von der wir überzeugt sind. Man kann bei uns 3D-Drucke, 3D-Zeichnungen und Produktentwicklungen in Auftrag geben oder uns für sein Event buchen.

Alles in Allem machen wir mittlerweile alles, um unserer Idee treu zu bleiben, den 3D-Druck so einfach zu machen, wie Drucken auf einem weißen Blatt Papier.

Darüber hinaus fördern wir aktiv die Bochumer Startup-Szene.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Mittlerweile relativ einfach. Aber anfangs war es kompliziert, da wir in einem so extrem neuen Feld unterwegs waren, dass wir uns unsere potenziellen Kunden erstmal schaffen mussten. Darum haben wir sehr schnell das Thema Consulting für additive Fertigung aufgegriffen.

Jetzt sind wir ein anerkannter Full-Service-Anbieter und die Kunden kommen (fast) von allein.

Wie genau hat sich RUHRSOURCE seit der Gründung entwickelt ?

Tatsächlich hatten wir unsere Hochs und Tiefs und sind ständig im Wandel. Aber insgesamt ist die Entwicklung sehr positiv, wir sind so sehr gefragt, dass wir uns vor Aufträgen nicht retten können und wir vervielfachen jährlich den jeweiligen Vorjahresumsatz.

Nun aber einmal Butter bei die Fische: Wie groß ist Euer Startup inzwischen ?

Wie gesagt, sind wir (nur) vier Festangestellte. Wir versuchen uns bewusst bedarfsorientiert klein zu halten und ein familiäres Gefüge zu schaffen. Und – wie oben erwähnt – vervielfachen wir jährlich die Vorjahresumsätze.

Blicke bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Leider unsere erste Erfahrung mit Angestellten. Das war absolutes Neuland für uns. Aber mittlerweile haben wir aus diesen Fehlern gelernt.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Selbst ein Startup braucht Regeln, an die sich alle zu halten haben. Entrepreneure propagieren liebend gerne das interdisziplinäre und familiäre Team. So auch wir. Aber auch das ist harte Arbeit, die auch mit Regeln verbunden ist, an die sich jeder zu halten hat.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Mit unserem Zielvorhaben, den 3D-Druck so einfach zu machen, wie Drucken auf Papier. Daran glauben wir und lagen bisher immer goldrichtig.

Aber auch alle Learnings aus Fehlern sehen wir als eine positive Sache an. Jeder der gerne mehr darüber erfahren möchte, sollte uns mal auf einer Fuckup-Night besuchen.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Eine große Summe Eigenkapital, einem Bankkredit, Geldern vom Land und einem sechsstelligen Invest.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Wenn ich jetzt sowas sagen würde, wie weitermachen wie bisher, würde ich mir selbst widersprechen. Aber insgesamt bin ich zufrieden mit dem, was wir machen. Dennoch: CUR3D wird stetig weiterentwickelt, um noch mehr Branchen zu entsprechen. Wir arbeiten mit Hochdruck an einer Server-Client-Lösung sowie einer Web-Variante für CUR3D. Auch das Thema 3D-Daten und Auftragsmanagement steht bei uns ganz hoch im Kurs, um CUR3D noch interessanter für 3D-Druck-Dienstleister zu machen, die unsere Hauptzielgruppe bilden.

Im Sektor 3D-Druckdienstleistungen haben wir akut drei sehr große Aufträge in petto… weitere Details darf ich allerdings noch nicht verraten.

Vielen Dank für das Interview.

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