tracekey solutions – entwickelt digitale Lösungen für stark regulierte Märkte

Hallo Stefan, hallo Gerald, vielen Dank, dass Ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt! Bitte stellt uns zu Beginn euch und euer Team bei tracekey kurz vor:

Gerald: Wir, also ich, Gerald Wenzel und Stefan Hoffmann, haben im August 2013 die tracekey solutions GmbH gegründet. Und es ist wirklich so, auf uns passt noch das Klischee der klassischen Garagenfirma. Wir haben in einer 3-Zimmer-Wohnung mit Billiardtisch, Kühlschrank und Kaffeemaschine angefangen. Heute haben wir 30 Mitarbeiter. Zu unserem Team gehören Softwareentwickler, Scrum Master, Buchhaltung, HR, Unternehmenskommunikation, hausinterne IT, Produktentwicklung, das Customer Success Team und Mitarbeiter*innen im Sales Bereich. Wir sind mittlerweile so groß, dass man nicht mal eben alle aus dem Team mit Namen aufzählen kann.

Vielleicht möchtet Ihr uns ganz zu Begin Euer Startup kurz vorstellen ?

tracekey solutions bietet cloud services im B2B Bereich an. Wir entwickeln digitale Lösungen für stark regulierte Märkte, zum Beispiel die Pharmaindustrie. Wir verbinden mit unserer Plattform Hersteller, Produzenten, Lohnfertiger, Behörden und andere Plattformen und ermöglichen so eine durchgängige Transparenz in der gesamten Wertschöpfungskette eines Produktes. Gerade kleinere und mittelständische Unternehmen profitieren von unserer langjährigen Erfahrung als Digitalisierungspartner.

Welches Problem wollt Ihr mit tracekey solutions lösen ?

Stefan: Wir leben in einer Welt, die schon sehr vernetzt ist, sich aber auch noch immer weiter vernetzt. Der globale Handel und die Gesetze, die diesen zu regeln und zu schützen versuchen, führen dazu, dass Unternehmen und ihre einzelnen Partner immer stärker miteinander interagieren und sich vernetzen müssen. Gleichzeitig ist da auch noch der wachsende Berg an gesetzlichen Vorschriften, die Hersteller erfüllen müssen. Das lässt sich gut am Beispiel der Pharmaindustrie erklären. Seit vergangenem Jahr Februar ist die Falsified Medicines Directive (FMD) in ganz Europa in Kraft. Verschreibungspflichtige Medikamente müssen serialisiert sein, das heißt mit einer eindeutigen Seriennummer und einem 2D-Datamatrix Code versehen werden, der es ermöglicht die Echtheit des Medikamentes in der Apotheke noch einmal zu überprüfen, bevor es an den Patienten abgegeben wird. Das führt zu mehr Patientensicherheit, hat aber auch dazu geführt, dass sich eine ganze Branche innerhalb weniger Jahre digitalisieren musste. Unsere Lösung dient dazu, die Masse an Daten, die durch die Serialisierung entstehen und gemanagt werden müssen, sicher zu verwalten und sie in der entsprechenden Form an die Behörde zu melden.

Wie ist die Idee zu tacekey entstanden ?

Stefan: Wir hatten uns eh schon mit Produktfälschungen beschäftigt und haben durch die neue EU-Gesetzgebung die Chance gesehen unsere Vision einer guten und preislich passenden Softwarelösung für kleine und mittelständische Unternehmen umzusetzen.

Wie würdest Du Deiner Großmutter tracekey erklären ?

Gerald: tracekey biete die Möglichkeit Produkte sozusagen von der Wiege bis zur Bahre zu verfolgen. Wenn man immer weiß, wo sein Produkt sich gerade befindet, erhöht das die Sicherheit. Vergleichbar ist das mit Kindern. Wenn die draußen spielen, will man immer wissen, wo sie gerade sind. Wissen Eltern das, erhöht das ebenfalls die Sicherheit für alle. Für die Produkte unserer Kunden, also zum beispiel Medikamente, entstehen so jede Menge Daten, die sicher zentral verwaltet und dem, den es angeht, zur Verfügung gestellt werden müssen.

Den Unternehmen hilft es globale Gesetzgebungen zu erfüllen und gleichzeitig die Produktsicherheit, zum Beispiel von Medikamenten, zu gewährleisten.

Hat sich Euer Konzept seit dem Start irgendwie verändert ?

Stefan: Unser Konzept eigentlich nicht, aber unsere Lösung passen wir immer wieder an neue oder veränderte gesetzliche Vorgaben und die Bedürfnisse unserer Kunden an. Außerdem erweitern wir ständig unser Angebot, um unsere Lösung auch Firmen aus anderen Branchen zugänglich zu machen.

Wie funktioniert Euer Geschäftsmodell ?

Gerald: Wir bieten eine Software as a Service an, den der Kunde nutzt, aber nicht kauft. Der Kunde bucht also eine Art Abo bei uns (wie beim Handyvertrag) und kann dafür unseren Service nutzen. Er ist somit immer auf dem neusten Stand der Technologie und muss sich um nichts kümmern. Das heißt, man bezahlt bei uns nicht nur einmal etwas und hört dann nie wieder was von uns, sondern bei uns werden Support und Weiterentwicklung mit monatlichen Updates der Software über eine Jahresgebühr abgedeckt.

Wie genau hat sich tracekey seit der Gründung entwickelt ?

Gerald: Erst waren es nur ein paar Werkstudenten und wir als Gründer. Über die Jahre sind wir aber kräftig gewachsen. Derzeit haben wir ungefähr 30 Mitarbeiter. Unser Portfolio umfasst mittlerweile vier verschiedene Softwarelösungen und unser Kundenstamm auf der ganzen Welt wächst stetig. Wir haben Kunden in Zentraleuropa und unter anderem auch in Indien, Zypern und UK. Neben der europäischen Gesetzgebung im Bereich Pharma erfüllen wir auch die Vorschriften für den US-amerikanischen und für den russischen Markt und arbeiten natürlich auch daran, allen kommenden Regularien weltweit entsprechen zu können. Den Kunden kostet das nichts extra. Er bekommt ja einen Service von uns und keine Softwarelizenz.

Blickt bitte einmal zurück: Was ist in den vergangenen Jahren so richtig schief gegangen ?

Stefan: Mh, so richtig schief gegangen ist glaube ich nichts. Wir haben einen drei bzw. mittlerweile vierwöchigen Releasezyklus, da schleichen sich natürlich mal Fehler in die Software ein, die dann nach dem Testen gefixt werden müssen. Aber so richtig schief gegangen ist bisher nichts.

Was habt Ihr daraus gelernt ?

Gerald: Man sollte schon viele Szenarien, also was der Nutzer mit neuen Funktionen macht/oder machen will, durchdenken und vorab testen, ob das auch wirklich alles so funktioniert. Und Fokus, Fokus, Fokus! Wir haben uns bewusst zunächst nur auf die Pharmaindustrie konzentriert. Nur so konnten wir in relativ kurze Zeit deren Bedürfnisse verstehen und unseren Service entsprechend darauf ausrichten. Es bringt nichts am Anfang mit der Gießkanne zu versuchen so viel Märkte wie möglich zu erreichen, ohne deren Mechanismen, Bedürfnisse, Wettbewerber und Sprache zu kennen. Da verzettelt man sich nur und hat am Ende nichts erreicht, außer etablierte potenzielle Wettbewerber schlau gemacht.

Und wo habt Ihr bisher alles richtig gemacht ?

Stefan: Nicht zu schnell zu wachsen und auch mal Dinge erst einmal auf Eis zu legen, weil wir mehr einfach nicht gleichzeitig stemmen können. Und das, was Gerald eben gesagt hat: Fokussieren und mit viel Geduld den Weg zu Ende gehen und daran glauben, dass man auf dem richtigen Weg ist.

Wie ist Euer Startup finanziert ?

Gerald: Mit dem HighTech Gründerfonds haben wir einen klassischen Seed-Investor an Board. Mit der Technologieberatung BearingPoint haben wir einen Strategen gewinnen können, der zu Beginn bei tracekey investiert hat.

Was sind Eure Pläne und Ziele für die nächsten 12 Monate ?

Gerald: Wir wollen unser Angebot kontinuierlich weiter ausbauen und natürlich noch mehr Kunden von tracekey überzeugen. In Europa wollen wir für cloud-basierte Lösungen die Nummer eins für den Mittelstand werden. Darüber hinaus wollen wir in Indien und EMEA überproportional stark wachsen.

Vielen Dank für das Interview.

Wir haben zu danken, alles Gute!

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